Die Zeiten haben sich geändert. Mit ihnen auch die Art & Weise, wie der Mensch sich informiert.

Gerade für 12-Schritte-Selbsthilfegruppen, die als wichtigste ihrer Traditionen die 12. Tradition haben: “Anonymität ist die spirituelle Grundlage aller unserer Traditionen, die uns immer daran erinnern soll, Prinzipien über Personen zu stellen” und die 11. Tradition: “Unsere Beziehungen zur Öffentlichkeit stützen sich mehr auf Anziehung als auf Werbung. Gegenüber Presse, Rundfunk, Film und Fernsehen ist stets unsere persönliche Anonymität zu wahren” ist von einigen *A-Gruppen um den Zusatz Internet erweitert worden.

Der Hintergrund ist klar! Es geht nicht nur darum, dass es gewährleistet bleiben soll, dass ein Betroffener – egal mit welchen Umständen – möglichst aktiv an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen kann und dabei dennoch vollkommen unerkannt bleiben darf.
Ebenso soll die Gefahr im alltäglichen Umgang miteinander verhindern, das in Job, Karriere, Ruf und Leumund durch das Bekennen zur eigenen Krankheit Nachteile entstehen.
Ferner ist es wichtig, das die Gemeinschaft als sicherer Rückzugsort nicht durch das Hervorheben einzelner Personen zu Prestigeproblemen führt und damit zum Beispiel andere Traditionen (Service ist Dienen in Dankbarkeit und Demut) zu hierarchichen Posten verkommen.

Dennoch leben wir in einer Zeit, wo der Mensch kaum noch in ein Selbsthilfe-Zentrum geht, um sich dort mit Informationen im direkten Gespräch und Beratung sucht, sondern er wischt über sein Smartphone, sagt “Ok, Google” – “Sag mir ein 12 Schritte Meeting in meiner Stadt”.

Um dem gerecht zu werden hat sich die Meeting-Gruppe von CoDA in der Stadt Witten überlegt, eine Webseite zu erstellen, einen für Suchmaschinen optimierten Domainnamen zu registrieren, dort neben den Hauptinformationen zu CoDA, dem Meeting und selbstverständlich die vielfache Verlinkung zu CoDA-Deutschland und CoDA.org vorzunehmen, damit der suchende Betroffene möglichst gut zu einem Meeting in seiner Stadt findet.

Ich kenne aus 30 Jahren Zugehörigkeit in 12-Schritte-Gruppen, als Teilnehmer verschiedenster Service/Dienste-Konferenzen immer wieder diese Frage, “Wie gehen wir damit um?!
Und immer wieder verweigern wir uns der fortschreitenden Digitalisierung und begründen diese mit unseren Traditionen in einer starren Haltung, statt Bedingungen zu ersinnen, wie man das Medium nutzen kann, ohne die Traditionen zu gefährden.

Die Hauptseiten auf “Weltebene” (meistens USA) machen es vor. Seit den Anfängen im Internet sind selbst Berichte und Lebensgeschichten von Mitgliedern online zu finden. Am liberalsten verhält sich die World-Service-Ebene von Narcotics-Anonymous, die bereits Anfang der 90er sehr umfangreiche Portale erschaffen hat und die Verbreitung der Botschaft im Internet auf jede erdenkliche Weise fördern.

Gerne würde ich als Gruppensprecher des Meetings “CoDA Witten” dazu Stellung beziehen und mit möglichst vielen kreativen, konstruktiven Fragen und Antworten auf der nächsten Service-Konferenz teilnehmen.

In diesem Sinne…
… gute 24 Stunden.