Auch virtuell präsent sein

/ Mai 23, 2021/ Neues aus dem Meeting

Zur Zeit treffen wir uns virtuell. Das mögen nicht alle. Es ist jedoch eine Möglichkeit, die einen ganz großen Vorteil bietet: wir können ein Meeting halten, ohne ein Risiko einzugehen. Und es ist egal, wo Du wohnst, das Treffen ist damit “um die Ecke”! Dadurch sind neue Meetingsfreunde dazu gekommen, das Treffen ist größer geworden. Das mögen nicht alle. Unsere Meetings sind nicht verpflichtend, wir tun es für uns selbst und dann wir es wollen und können. Jedes Treffen ist dann anders, andere Freunde treffen sich. Auch das mögen nicht alle.

Es hat Jedem getroffen. Es ist nicht so, dass wir uns die virtuellen Meetings ausgesucht hätten. Zum Meeting zu gehen, in die Augen der Anderen schauen zu können, bekannte Gesichter zu sehen, an den Ort zu gehen, wo das Vertrauen gewachsen ist… das wird für viele das Größte und das Einzige bleiben, unersetzbar.

Viele hatten Vorbehalte und Vorurteile, wir wussten nicht, wie es sein wird. “Komme ich mit der Software klar? Hält das Internet? Kann ich, in meiner Küche sitzend, in eine Mattscheibe hinein offen und ehrlich Teilen? Gibt es noch andere Ohren?”

Und doch war der Erfolg dieser Alternative undenkbar. Wir sind dankbar für die Existenz der virtuellen Meetings. Zum einen können wir uns überhaupt treffen, zum Anderen können wir praktisch täglich in ein Meeting gehen, ja, eine Rundreise durch das Land machen, neue Meetingsfreunde kennenlernen, mehr Erfahrung, Kraft und Hoffnung erleben. Wir müssen in schweren Zeiten nicht auf den Meetingstag warten, Radfahren bei Regenwetter, beim Teilen die Maske aufbehalten, besonders laut sprechen, um die Abstände zu überwinden.

Eins hat sich aber nicht geändert. Ob wir am Meeting teilnehmen oder andere Dinge wichtiger sind, ob wir vertrauen fassen und uns auch vor neuen Ohren öffnen können, ob wir uns von Katzen oder Türklingel ablenken lassen, bleibt unsere eigene Entscheidung, unsere innere Bereitschaft der einen Person zu helfen: “mir”.
Wir versprechen nicht “bis Freitag”, wir müssen nicht regelmäßig zum Meeting, wir müssen nicht mal pünktlich sein. Wir müssen nicht Teilen, uns nicht öffnen, das Vertrauen aufbauen. Wir müssen uns nicht schämen, wenn wir nach langer Zeit wieder zum Meeting kommen wollen, oder gar ein anderes suchen, denn es gibt keine Anwesenheitsverpflichtung. Nicht mal eine moralische.

Es gibt nur die innere Entscheidung, Etwas für sich selbst tun zu wollen. Und wo die “Überwindung” in Wahrheit liegen mag (die Form des Meetings, ein Besuch Zuhause, eigene Ängste oder Verschlossenheit, ungekämmte Haare, kein Rückzugsraum in der Wohnung, das Wetter… ), so bleibt sie ein Basic-Schritt. Sie zu sehen, für sich zu erkennen und zu benennen, wenn die Seele dafür bereit ist, kann Dämme brechen.
Es könnte sich ein Zustand einstellen, dass wir plötzlich Dinge erzählen, die ungeplant waren, Erkenntnisse gewinnen, die unerreichbar schienen, dass wir spüren, dass es nicht darauf ankommt, wer außer MIR im Meeting ist. Es kommt darauf an, dass ICH da ist. Präsent.
Diese innere Präsenz, ob im Teilen oder im Zuhören, sogar schon beim mit-Vorlesen lässt uns die Meetingsenergie spüren, Gänsehaut-Momente trotz…. oder lieber weil? Weil ICH präsent ist.

Es sieht so aus, nach einem halben Jahr virtueller Treffen, dass die virtuellen Meetings ihren festen Platz auf der Meetingsliste behalten. Vielleicht stehen wir nur noch ein paar Tage vor der Nachricht, dass wir uns wieder im Raum treffen können. Es wäre irgendwie schade, dieses Onlinetreffen… sterben zu lassen, oder?

Gute 24 Stunden
kommt wieder, es wirkt!
Isabella