Selbsthilfe in der Zeit der Ratlosigkeit

/ Dezember 5, 2020/ Neues aus dem Meeting

Ist es nicht ein Widerspruch in sich? Wie soll ich mir selbst helfen können? Wenn ich es könnte, wäre ich nicht so ratlos!
Und dann noch das Meetingformat: keine Ratschläge, keine Kommentare, keine Verbesserungsvorschläge – wie soll mir die Gruppe denn helfen?

Hast Du schon eine Pizza mit Bananen und Bratwurst gegessen? Oder Pistazieneis mit Tomaten und Aloeverdayoghurt? Oder andere ungewöhnliche Gerichte? Erzähl mir wie chinesische Oliven schmecken, wie gekochte Pansen riechen und wie ein Apfelkuchen zu sein hat.

Apfelkuchen? Das kennt doch jeder! Da müssen Rosinen rein, auf gar keinen Fall Mandeln, und Streusel, unbedingt Streusel… so hat meine Oma das gemacht, das ist das klassische Rezept für einen richtigen Apfelkuchen!

Und was hat es mir dem Programm zu tun? mit Selbsthilfe?

Möglicherweise wirst Du nach einigen Meetingsbesuchen ein Gefühl dafür entwickeln, dass es nicht einfach ist zu beschreiben, wie etwas schmeckt, eine Toleranz erfahren, wenn das gleiche Gericht andere Geschmacksempfindungen auslöst, und die Akzeptanz spüren, dass auch Deine Rezepte keine Allgemeingültigkeit haben.

Das ist doch klar, aber meine Probleme sind doch nicht mit Apfelkuchenrezept vergleichbar!

Ja und Nein… wendest Du die Vorstellung deiner Mutter an, wenn dein*e Partner*in sich grad nicht perfekt verhält? Kannst Du es akzeptieren, dass auch dein Kind seinen eigenen “richtigen” Lebensweg geht? Kannst Du es erkennen, dass wir zwar über das gleiche Thema sprechen, doch eine völlig andere Wahrnehmung haben?

Auf diese Fragen können noch viele weitere Fragen folgen… die immer tiefer schauen lassen. Dort, wo niemand einen Zutritt hat, wo nur Du sehen und hören kannst… Dort, wo das Programm funktioniert.

Hmm, was mir noch vor ein paar Jahren seltsam vorkam, würde ich heute als den “Zauber” des Programms bezeichnen. Nicht über Verordnungen, fremde Weisheiten oder Beurteilungen, sondern durch meinen eigenen Blick auf mein Inneres, meine eigene Ehrlichkeit und Offenheit, meine eigenen Fragen an mich selbst, meine eigene Vergehen und Vergebung, meine eigenen Erfolge und Verzückung… zur Genesung gehe (oder mir mein eigenes Rezept für… 🙂 schreibe).

Wir teilen im Meeting miteinander unsere Erfahrungen auf diesen Weg. Dadurch machen wir einander Mut, geben das nötige Quäntchen an Kraft um die nächsten Schritte zu machen, inspirieren uns gegenseitig eine neue hoffnungsvolle Wegrichtung anzuschlagen.

Und ja, wir beginnen mit einem eindeutigen “ich bin….” wenn wir über das eigene Erlebte sprechen und beenden mit einem “Danke” – fürs Teilen und fürs Zuhören. Ein Rahmen, der das Besondere beschützt, einzigartig und kostbar sein lässt.
Die 12. Schritte und die 12. Traditionen, wenn sie vertieft, begriffen und in das eigene Leben integriert werden, bringen die 12. Versprechen zur Erfüllung.

Gute 24 Stunden
kommt wieder, es wirkt!
Isabella