/ November 21, 2020/ Neues aus dem Meeting

Wie erfahren wir den Unterschied? Was machen wir mit diesen Gefühlen? Wie gehen wir mit unserer Coabhängigkeit in Resonanz mit diesen Gefühlen? Gaaar nicht so einfach… und wohl vielschichtiger, als die schnell gefundene Definition des Verstandes..

Schon die allgemein herrschende Meinung gibt dem Mitleid einen negativen Beigeschmack. Wenn wir Mitleid mit Jemanden haben, sind wir nicht in “Verbindung” mit der Person oder erheben uns über sie, weil es ihr schlechter geht als uns, stellen also einen bewertenden Vergleich an.
Es wurde auch geteilt, dass Mitleid ein Gefühl von Machtlosigkeit mit sich bringt.. und auch von Verpflichtung… gar Zwang. Und wenn wir dann häufig nicht viel tun können oder wollen, steht gleich die nächste Bewertung vor der Tür: Egoismus. Egal, ob wir uns den Vorwurf hören oder uns selbst machen.

“Du tust mir aber leid!” Ein Satz, den wir selbst nicht hören wollen, dass man mit uns Mitleid hat. Macht es nicht ein Opfer aus uns? Sind wir dann nicht irgendwie kleiner, hilfloser, unfähiger, unglücklicher…?

Es gibt Begebenheiten, wo das Leben, die Gesundheit, andere Menschen nun “objektiv” nicht wohlwollend mitspielen. Wir haben uns jedoch an Momente erinnert, wo fremde Bedürftigkeit an uns herangetragen worden ist. Dann fühlte es sich eher als Manipulation an, um in uns das Mitgefühl/Mitleid hervorzurufen. Wobei auch hier kommt die nächste Schicht der Überlegungen zu Tage: wollte die Person dies erreichen oder ist es ein Schatten unserer Vergangenheit, der uns erinnert, wie man mit uns umgegangen ist? Also, dass unsere eigene Coabhängigkeit sich angesprochen fühlt und häufig mit “Helferitis” oder einer Abwehr antwortet?

Möglicherweise ist das die Stelle, wo wir wieder mal die Verantwortung für sich selbst übernehmen dürfen (der Umgang mit eigener Vergangenheit, den Mustern und der Genesung) und fremde Verantwortung bei dem Anderen lassen dürfen.

Mitgefühl bedeutet wohl für Viele Verbundenheit mit dem Gegenüber, auch Respekt oder gar Zutrauen, dass die Situation doch gemeistert werden kann. Oft können wir auch die jeweilige Situation nachfühlen, auch wenn (oder obwohl) wir selbst noch nie in solcher Lage waren.

Wie sieht es dabei aus mit Selbstmitleid? oder Mitgefühl mit sich selbst? Sabotieren wir uns selbst, in dem wir unsere eigene Bedürftigkeit uns ständig vor Augen halten, ohne dass eine Annahme der Lage möglich ist? Machen wir uns dann selbst klein und unfähig? Richten wir dann die “Lanze der Niederlagen” so gegen uns selbst, dass wir keinen Schritt mehr nach Vorne machen können?

Oder schaffen wir die Verbindung zu uns selbst, um Mitgefühl uns selbst zu geben? Uns selbst mit Respekt zu begegnen, auch wenn wir etwas nicht können, nicht schaffen, nicht verstanden haben? Schaffen wir ein Zutrauen aufzubauen, dass wir so viele Versuche haben, wie viele nötig sind, um mit der Situation klar zu kommen?

Fragen, Themen, Gefühle, die uns immer wieder begegnen und beschäftigen. Am Ende des Meetings gab es wieder Dankbarkeit, Erleichterung, Erkenntnisse “Ich sehe, wie meine Genesung in den Jahren fortschreitet”, “ich bin erleichtert, dass ich es hier lassen konnte”, “früher hätte ich ganz anders reagiert, das Programm funktioniert!”, “das Meeting ist Highlight der Woche”…

Danke für dieses Meeting.
Gute 24 Stunden
kommt wieder, es wirkt!
Isabella