Die Freiheit der Grenzen

/ November 14, 2020/ Neues aus dem Meeting

Das Thema des Meetings war “Grenzen zu sehen und anzunehmen”, an sich ein fast grenzenloses Thema. Grenze, Begrenzung, Abgrenzung, Grenzraum, Grenzbestimmung, Grenzwahrung, Grenzverteidigung, Grenzwall um die Grenzen…

Wie bestimmen wir unsere Grenzen? Wann sind sie für uns sichtbar? Erst wenn wir versuchen darüber hinaus zu gehen? Erst wenn Jemand Etwas tut, was uns nicht gut tut oder einfach anders als wir erhoffen? Oder vorher, in dem wir viel früher Kontakte limitieren, vor dem Ziel den Weg verlassen oder uns einfach weigern Grenzgebiete zu betreten?

Häufig beschreiben wir unseren Schmerz, unser Leid als “grenzenlos”, wenn wir verliebt sind, scheint das Glück “grenzenlos” zu sein, die bedingungslose Liebe ist per se grenzenlos… Die Machtlosigkeit in Konfliktsituationen fühlt sich auch grenzenlos an, die Möglichkeiten oder Konsequenzen einer grad fälligen Entscheidung scheinen grenzenlos zu sein, der “Kopfsalat” beim Grüben ebenfalls…

Sind es nicht die Momente, wo wir uns nach Grenzen sehnen? Nach Regeln, nach Ordnung und Struktur? Nach ToDo-Listen, Plänen, gar nach einem Projektmanagement unseres Lebens? Nach einem “Plan B”? Oder kurz gefragt: Kontrolle?

Und was ist, wenn wir Grenzen erfahren? Insbesondere diejenigen, die von uns kommen? Wenn wir spüren, dass unser Verstand Etwas nicht erfasst, wenn unser Körper nicht mehr mitmacht, wenn eine Krankheit uns behindert? Wenn wir unsere Vorhaben nicht umsetzen können, wenn wir das Arbeitspensum nicht mehr leisten können? Wenn ein Zusammenbruch uns erst diese Grenzen zeigt?

Wir können uns damit abfinden, dass es schwer ist, eigene Grenzen einem Gegenüber zu zeigen, dass es unmöglich ist alles zu lernen oder zu wissen, auch wenn Andere das können, dass die Arbeit eines Anderen für uns nicht zu schaffen ist.
Dass eine Tür nun zu ist.

Genau das: “da gehen doch woanders andere Türen auf!” könnte den Blick auf das Grenzthema ändern. Ist es wirklich so, dass wir Grenzen erfahren, die geschlossene Mauerkreise sind? Oder können wir sie annehmen, als kurze Wandabschnitte, vor die wir (manchmal mit Schmackes) fahren? Zugegeben, wie ein Spatz nach einem Zusammenstoß mit der Fensterscheibe, müssen wir oft aus der Ohnmacht aufwachen und die Sterne vor den Augen zählen. Zugegeben, manchmal dauert es länger, bis wir das Krönchen richten können um weiter zu machen.

Moment mal… “weiter machen”? Nochmal prüfen, ob die Grenze eine Grenze ist?
Oder sich nach einem neuen Weg umschauen? Und möglicherweise dabei die Freiheit der Entscheidungen spüren? Schier grenzenlose..?
Selbstverständlich mit einigen Einschränkungen (Grenzen)… “das kann ich nicht, dies schaffe ich, jenes darf ich nicht..” (Vorsicht, Ironie 🙂 )

Gute 24 Stunden
kommt wieder, es wirkt!
Isabella