/ Oktober 24, 2020/ Neues aus dem Meeting

Wir sind hoffnungsvoll, weil Veränderungen sich abzeichnen, wir sind glücklich, weil wir Neues in uns beobachten können, wir sind verwirrt, weil neue Haltung sich formt, wir sind ängstlich, weil Veränderungen und Neues auf uns zukommen.

“Wenn eine Tür zu geht, geht irgendwo eine andere auf” – tausendmal gehört und tausendmal umgesehen “aber wo???”

Theoretisch sind wir meist gut auf das Kommende vorbereitet, wir wissen, was in unserer Geschichte uns verändert hat, wir wissen, welche Verhaltensmuster uns nicht gut tun, wir wissen, was zu tun ist. Manchmal sogar, wie alles funktionieren müsste.

Und dann kommt der Alltag.
Plötzlich macht die Gesundheit nicht mit, der Job verändert sich, ein Problem erfordert eine sofortige Entscheidung, Freundschaften haben sich verändert, die Partnerschaftsentwicklung marschiert geradewegs in eine Auseinandersetzung.

Viele Meetingsfreunde berichten, dass in solchen Zeiten, die neu gelernten Werkzeuge nicht nur nicht funktionieren, sondern nicht mehr zu finden sind. “Ich habe den Zugang zu meiner Höheren Macht verloren!”

Häufig sind es diese Zeiten, in welchen wir uns wieder des alten Krückstocks bedienen: die alten Verhaltensmuster, die uns so lange Zeit das Überleben gesichert haben. Rückzug, Kontrolle, Manipulation, Groll, Süchte, dann Vertrauensverlust, Einsamkeit, Selbstzweifel, bis hin zu katatonischen Depression. Oft hören wir, dass diese Entwicklung, die wir 30, 40, oder gar 50 Jahre mitgemacht haben, sich nun innerhalb weniger Tage abspielt.
“Zum Kuckuck nochmal, es ist wieder alles beim Alten, ich komme nie hier raus!”

Und doch ist nicht alles beim Alten.
Wir haben inzwischen die Erfahrung gemacht, dass es auch anders geht. Tagesmeditationen, Meetingsbesuch, Kontakte mit Gruppenfreunden, Schrittearbeit (und viele andere Werkzeuge, die außerhalb des Programms zu finden sind) haben uns auf den nächsten Rückfall Step by Step besser vorbereitet.

“Hier nicht rauskommen” würde jedoch bedeuten, dass wir “immer drin” wären. Doch das sind wir nicht. Wir sind, und wenn es noch so “kurz” gewesen sein mag, da rausgekommen. Wir haben das “Da” von Außen gesehen und waren in einem neuen “Hier”. Es war möglich und es wird wieder möglich sein.

Nur für Heute, können wir die alte Krücke nochmal nehmen, nur für Heute, ist sie der einzige mögliche Halt. Doch ich weiß inzwischen, dass ich auch ohne Krücken laufen kann, dass ich sie weglegen kann.

Die Hoffnung, die Dankbarkeit, das Glücksgefühl, die Verwirrung und auch die Planlosigkeit, Überforderungsgefühl und die Angst, sind gute Zeichen dafür, dass wir auf einem guten Weg der Veränderung sind, dass etwas Neues kommt.

“Für mich ist es die Erfüllung der 12. Versprechen!”

Gute 24 Stunden
kommt wieder, es wirkt!
Isabella