/ September 20, 2020/ Neues aus dem Meeting

Das Thema des Meetings war die 1. Tradition: Unser gemeinsames Wohlergehen sollte an erster Stelle stehen; die Genesung des Einzelnen beruht auf der Einigkeit in CoDA.

Wie sehe ich mich im ganzen Gefüge?
Bin ich CoDA? Oder bilden die Anderen die Gruppe und ich komme schon mal dazu? Wenn mir eine Entscheidung des Meetings nicht gefällt und ich gehe nicht mehr zu Treffen, gefährde ich CoDA?

Wie sehe ich mich im Gefüge meiner Familie? meiner Arbeitstelle? Bin ich ein Teil des Ganzen? “Gemeinsames Wohlergehen” – kann ich es spüren?

Manche von uns sind sehr eingeübt in Sorge um das Gemeinsame Wohlergehen, kümmern sich mehr um den Job, die Familie, einen Verein, ein Geschwisterteil oder die Eltern, als um sich selbst.

Manche von uns empfinden Gruppenausflüge, Kontaktpflege, Freundestreffen als gesellschaftlichen Zwang und fühlen sich wohl allein mit sich Selbst. Die Eisamkeit ist häufig spürbarer beim Treffen mit vielen Menschen.

Manche von uns brauchen viele Kontakte, die das Gefühl von Zugehörigkeit, das Gefühl gesehen zu werden, gewollt zu sein, gebraucht zu sein, vermitteln.

Ist die Leere, die Einsamkeit in meinem Herzen, das Erste, was ich heilen soll? Oder soll ich mich zunächst drum kümmern, dass die Menschen um mich herum genesen sind? Wenn ich sie zuerst heile, werden sie dann mich heilen? Oder soll ich erst heile werde, damit ich in der Lage bin, Andere zu heilen?

Einigkeit? Ist es nicht fantastisch, wenn ein Arbeitsteam gemeinsam anpackt, wenn Partner gemeinsame Ziele verfolgen, wenn Freunde mich dann anrufen, wenn ich grad auch Lust auf ein Treffen habe?
Wie fühlt es sich an, wenn trotz unserer Bemühungen, unsere Vorstellung von Einigkeit nicht erfüllt wird?

Du, ich, das Huhn, das Ei, unser Meeting und die Summe aller CoDA Meetings, vielleicht dann die Summe aller 12 Schritte Meetings – also Menschen, die sich mit den Traditonen beschäftigen, wir alle bilden den Raum, in dem ich das Schutzschild ablegen kann, in dem ich den Mangel zugeben kann, in dem ich mich offenbaren kann.

Was gebe ich an diesen Raum ab?
Je mehr Wärme und Liebe ich in dem Raum ausstrahle, um so stärker ist die Gemeinschaft. Die Gemeinschaft gibt mir in Meetings ein Lächeln, eine Hand, ein Ohr, ein Licht in Dunklen Zeiten.

Was gebe ich in den Familienraum, in den Freundschaftsraum oder gar den Arbeitsraum? Und was erwarte ich zurück zu bekommen?

Es gibt hier gar kein Ei und gar kein Huhn. Vielleicht stellt sich damit auch die Frage gar nicht, ob ich zunächst gesunden muss oder meine Umgebung. Vielleich kann ich in einem CoDA Meeting, in welchem Traditionen gelebt werden, den Raum bekommen, in dem ich die Gleichzeitigkeit von ICH und WIR üben kann. In dem ich Akzeptanz anderer Meinungen, anderer Vorgeschichten, anderer Fähigkeiten üben kann, in dem ich die Toleranz üben kann, wenn Konsens Zeit braucht, wenn das Meeting einem Wandel unterliegt, wenn eine persönliche Situation des Einzelnen auf das Meeting einen Einfluss nimmt.

Legen damit meine Überlegungen zu der 1. Tradition die ersten Grundsteine meiner Genesung nach Außen, wie der 1. Schritt die Genesung nach Innen bestimmt?
Ist es nicht so, dass Beziehungsprobleme nicht alleine, im stillen Kämmerchen gelöst werden können, sondern ein Ganzes sich ergibt aus:

Wir gaben zu, keine Macht über andere Menschen zu haben – dass unser Leben nicht mehr zu meistern war. Unser gemeinsames Wohlergehen sollte an erster Stelle stehen; die Genesung des Einzelnen beruht auf der Einigkeit in CoDA.

Eine spannende Übung: “Du gabst zu, keine Macht über mich zu haben, dass unsere Ehe nicht mehr zu meistern war. Unser gemeinsames Wohlergehen sollte an erster Stelle stehen, unsere Genesung beruht auf der Einigkeit in unserer Freundschaft” – mit frei wählbaren Attributen.. 🙂

Gute 24 Stunden
kommt wieder, es wirkt!
Isabella