/ September 5, 2020/ Neues aus dem Meeting

Es war ein bewegendes Meeting. Schwere, tiefliegende, schmerzvolle Überzeugungen, tränentreibend, verwirrend und belastend. Und doch gab dieses Meeting viel Inspiration, Kraft und Hoffnung. In der Abschlussrunde gab es viel Dankbarkeit und ein warmes Gefühl der Zugehörigkeit. Die Einsamkeit war für diesen Moment nicht mehr spürbar.

Auch die Einsamkeit hat viele Ausdrucksformen. Sie ist da, wenn wir keinen (Ehe)partner an der Seite haben, sie ist da, wenn wir im Prozess der Ablösung von unseren Süchten sind, sie war immer da, als wir die Akzeptanz und Annahme von unseren Eltern nicht bekommen haben.
Manche spüren die Einsamkeit besonders deutlich, wenn sie mit vielen Menschen zusammen kommen, in der Ehe und im Elternhaus.

Und sie treibt. Sie lässt uns Kämpfe austragen, Dramen durchleben bis hin zu Selbstzerstörung. Mit ihrer Kusine, der Angst, verschworen, basteln sie täglich Fallen für uns. Wir wollen aus der Einsamkeit raus, wir wollen keine Angst haben – doch dieses Paar (Angst und Einsamkeit) tut alles, um permanent präsent zu sein. Wir wollen geliebt werden, wir wollen gesehen und angenommen werden.
Die Perversion dieses Tanzes zeigt sich, wenn wir aus Angst vor Ablehnung und Einsamkeit in die Distanz gehen “ich möchte nicht mehr so verletzt, so enttäuscht und so alleine gelassen werden! Ich brauch Euch nicht! Ich will unabhängig sein!”

Ist diese Seite der Selbstständigkeit, der Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit, die wir in der Distanz erfahren, die uns weniger Einsam macht? Sind die Pläne, Vorgaben, ToDo-Listen, Schachzüge des Alltagsablaufes, Versicherungen, Ernährungstabellen… die Werkzeuge, die uns Halt und Gelassenheit geben? Kann irgendein Mensch uns aus dem tiefverankertem Mißtrauen herausholen? Was müsste er/sie tun? Was könnte..?
Was wünschst Du dir, was soll eintreten, um Dich aus der Einsamkeit heraus zu holen?

Hälst Du es für möglich, dass es irgendetwas gibt, was hier hilft? Was Vertrauen gibt? was die Stärke gibt? Ein besonders liebevoller Partner? Ein fester Job? Noch ein Virus-Test?
Hälst Du es für möglich, dass es irgendetwas gibt, was Dich auffängt, wenn Du fällst?

Oder hast Du es womöglich schon erlebt, dass es um das Leid, welches grad so dominant ist, doch irgendwelche Kleinigkeiten gab, die Dich am Leben hielten? Kleine Hilfsgesten, ein wärmender Sonnenstrahl, ein Anruf, ein Lächeln im Meeting 🙂 ?
Oder zählt es nicht, weil es nicht nach unserem Plan lief, nicht zu richtigen Zeit kam, nicht das Richtige war, nicht genug war, nicht vom richtigen Menschen ausging?

Hast Du Lust nach diesen “unbedeutenden” Zufällen in Deinem Leben zu suchen? Zu sehen, dass ein Stau Dich davon abhalten kann, nicht zu falschen Zeit am falschen Ort zu sein, anstatt ihn nur als lästig zu empfinden?
Hast Du Lust, sich eventuell damit zu befassen, es für möglich zu halten, vielleicht anzunehmen (oder gar zu glauben), dass es eine Kraft gibt, die Dir geistige Genesung wiedergeben kann?

Dann bist Du möglicherweise im 2. Schritt des Programms. Einem Schritt, der dann doch nicht punktuell abgearbeitet und abgehackt wird. Einem Schritt, der zu einer täglichen Gewohnheit werden kann und vielleicht zu einer Haltung wird. Einem Schritt, der damit zu einer wichtigen Kraft- und Hoffnunggebenden Grundlage wird, die nächsten Schritte zu gehen.

Und falls Du dich fragst, was es bedeutet “an den Schritten zu arbeiten” oder “das Programm zu leben”, wäre dies eine der vielen Antworten 🙂

Gute 24 Stunden
komm wieder, es wirkt!
Isabella