Willkommen sein

/ August 15, 2020/ Neues aus dem Meeting

“Als ich das erste mal zu einem Meeting ging, hatte ich keine Vorstellung was mich erwartet. Ich war ängstlich, angespannt, habe beführchtet bewertet zu werden oder am falschen Platz zu sein. Ich kannte keine 12 Schritte, ich kannte die übrigen Meetingsbesucher nicht, ich dachte, meine Probleme wären dumm und nichtig.

Doch ich war verzweifelt und erschöpft vom vielen Denken und weinen.
Ich war ratlos, meine vielen Vorhaben, die vielen Pläne und Verbote, die Gebote und ausgedachte Grenzen… schienen nicht zu wirken.
Ich brauchte Hilfe. Eine Neue, eine Zusätzliche, eine Andere als Fachgespräch oder eine Pille.

Die Wege in ein Meeting sind sehr verschieden, häufig haben sie jedoch ein gemeinsames Merkmal: ein Leidensdruck im Leben, ein unausgesprochenes “…dass unser Leben nicht mehr zu meistern war.” (1.Schritt), nicht selten von einem Gefühl der Scham und niedrigen Selbstwertgefühl begleitet.

“Ich wusste zunächst nicht, was ich sagen soll, wie ich es sagen soll. Ich hatte Angst zu weinen, hatte Angst als dumm und unfähig gesehen zu werden, hatte Angst abgelehnt zu werden.

Die Angst, keine Hilfe zu bekommen, nicht “dazuzupassen”, die Hoffnung aufgeben zu müssen, nicht verstanden zu werden und am Ende wieder alleine da zu stehen, war fast schon paralysierend. Sie selbst trieb schon die Tränen in die Augen”

Welche Wege führen an einem Meeting vorbei? Ist es besser nicht hinzughen, um einer eventuellen Ablehnung vorzubeugen? um einer Enttäuschung vorzubeugen? oder gar um das “letzte” Werkzeug für die Genesung nicht zu verspielen..?

Wie viele finden den Weg nicht? Erleben nicht, dass “Jede Gruppe hat nur eine Hauptaufgabe – ihre Botschaft zu den Co-Abhängigen zu bringen, die noch leiden.” (5. Tradition)

“Das vorherrschende Gefühl nach meinem ersten Meeting war willkommen zu sein. Es war fast schon überwältigend. Ich fühlte mich verstanden, ich verstand die Anderen, das Gefühl ein “Alien” zu sein war verschwunden. Ich fühlte mich angenommen.
Ich habe einen Ort gefunden, an dem ich das Gefühl hatte, meine Angst ablegen zu können, mein Panzer aufschließen zu können, einen Ort, an dem ich sein wollte.”

Es kann beim ersten Meetingsbesuch passieren: “Ich entwickle einen neuen Sinn für Zugehörigkeit. Die Gefühle von Leere und Einsamkeit verschwinden allmählich.” (1. Versprechen)

Was passiert beim 2. Meeting? oder beim 300sten ? 🙂

Gute 24 Stunden
kommt wieder, es wirkt!
Isabella