/ September 28, 2019/ Neues aus dem Meeting

Eine Tischdecke, Kerzenlicht, ein Hagebuttenzweig zur Dekoration, bunte Teebox und weiße Becher. Dazwischen unsere Texte, als Faltkarten aufgestellt oder als Lesekarten ausgelegt.
Es passierte viel in diesem Meeting. Menschen saßen am Tisch, tranken Tee, meldeten sich abwechselnd zu Wort.

Würde man von Draußen durchs Fenster schauen, würde man nicht erkennen, wie viel in diesem Meeting passiert ist.

Die Themen waren “Verhaltensmuster und Rückschläge”, “Humor als Werkzeug” und “Grenzen ziehen und einfordern”. Es wurde viel geteilt, dabei war der Blick in das eigene Innere gerichtet. Leise Erkenntnisse, bewegende, traurige Erkenntnisse, angstmachende Erkenntnisse, hoffnungsvolle Rückblicke und auch erregende Tatenideen tauchten auf. Es muss nicht alles gesagt, alles erklärt, alles sofort verstanden oder aufgearbeitet werden. Für den Moment reicht es aus, die Erkenntnis im Inneren zu sehen.

Würde man von Draußen durchs Fenster schauen, würde man nicht erkennen, wie viel in diesem Meeting passiert ist.

Es steht uns frei, ins Meeting zu gehen. Es steht uns frei zu teilen. Es steht uns frei das Thema für das eigene Teilen zu wählen. Es steht uns frei, sich im eigenen Tempo zu entwickeln und zu genesen. Niemand wird verurteilt, weil er/sie nicht regelmäßig zum Meeting geht. Niemand wird gerügt, weil er/sie zu spät kommt. Niemand wird abgelehnt, weil er/sie sicht nicht sicher ist, ob CoDA die passenden Themen anspricht, oder weil man sich nicht gerne als “coabhängig” bezeichnet.

Es steht uns auch frei, an den Schritten zu arbeiten, es ist keine Schule mit Klassenarbeiten. Wir müssen auch nicht die 12 Schritte leben, es ist keine Religion mit festen Ritualen. Es ist sogar nicht ratsam, sich zu irgendetwas zu zwingen.

3. Tradition: Die einzige Voraussetzung für die CoDA-Zugehörigkeit ist der Wunsch nach gesunden und liebevollen Beziehungen.
“Ich kam zu CoDA, um nur einer Person zu helfen, mir. Ich helfe mir und anderen, indem ich mit meinen Gefühlen im Hier und Jetzt – und ehrlich bin.” (Text “Sicherheitshalber”)

Niemand muss sich verpflichten, an dem Programm teilzunehmen, welches man nicht kennt. Erstaunlicherweise (wird man später feststellen) reicht es, ein paar mal bei einem Meeting dabei zu sein, ohne mitzulesen, ohne zu teilen. Es passiert im Stillen, im Inneren – die Erkenntnisse kommen, leise in kleinen Schritten.

Und wenn es soweit ist, wenn man realisiert, dass das Programm zu einem Werkzeug des täglichen Leben werden kann, und wenn es einfach nur täglich begleitend mit Texten, unterstützend mit Kontakten oder kräftegebend im wöchentlichen Treffen ist, kann es sein, dass ein neues Bedürfnis wächst.

Ein Bedürfnis, sich am Meeting zu beteiligen, ein Bedürfnis, die eigene Genesung im Tempo und Fortschritt anzunehmen, ein Bedürfnis, sich die Themen anzuschauen oder gar anzugehen. Ein Bedürfnis, sich dem eigenen Leben in Freiheit zu verpflichten.

Würde man von Draußen durchs Fenster schauen, würde man nicht erkennen, wie viel in diesem Meeting passiert ist.

Gute 24 Stunden
komm wieder, es wirkt!
Isabella