/ August 26, 2019/ Neues aus dem Meeting

Einmal im Monat machen wir ein Traditionsmeeting, das heißt, wir nehmen eine der 12 Traditionen und nehmen sie als Thema des Abends. So auch beim letzten Meeting.

Diesmal war die 8. Tradition an der Reihe:

Anonyme Co-Abhängige in CoDA sollten für immer eine reine Laienorganisation bleiben, jedoch dürfen unsere Dienstzentren hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigen.

Wir nahmen das „CoDA-Arbeitsbuch“ zur Hilfe und lasen sowohl den Text, auch die dort aufgeführten Fragen, die zur Erarbeitung dieser Tradition gestellt werden.

Für mich hat sich die Bedeutung der 8. Tradition am Morgen nach dem Meeting offenbart durch ein Ereignis, das sich privat abgespielt hat.

Ich kam mit einer anderen Person in einen persönlichen Konflikt, als ich ihr schilderte, wie sich ihr Verhalten auf mich auswirkt. Daraufhin wurde ich zum therapiebedürftigen Objekt in den Augen meines Gegenübers und durfte mir die „angeblich wahre Ursache“ meiner Probleme anhören und einen Vortrag über meine Unwilligkeit, dorthin zu schauen.

Mir ist so klar geworden, wie wichtig es ist, dass wir in CoDA alle gleichwertig sind und jeder für seine eigene Genesung verantwortlich ist.

Wie viel gesünder wäre unsere Welt, wenn sich so ein Umgang auch im Alltag immer mehr ausbreiten würde.

Je länger ich bei CoDA bin, umso deutlicher wird mir, dass meine unguten Gefühle nicht auf einen „Defekt“ in meiner eigenen Person zurückzuführen sind, sondern aus dem zwischenmenschlichen Umgang miteinander herrühren, der in den meisten Fällen ziemlich manipulativ ist, und das spüre ich einfach deutlich in meinem Körper.

Verena