/ Juli 6, 2019/ Neues aus dem Meeting

” Durch die Arbeit im Programm der Anonymen Co-Abhängigen kann ich einer wunderbaren Veränderung in meinem Leben entgegensehen. Während ich mich ehrlich bemühe, die 12 Schritte und die 12 Traditionen durchzuarbeiten, kann ich Folgendes erleben: “

Arbeit, Arbeit, Arbeit…. um Geld zu verdienen, um gesellschaftlich anerkannt zu sein, um Position zu erringen, um Bewunderung, Zuneigung, und ja, manchmal auch die Liebe, zu bekommen.
Und jetzt auch noch um gesund zu werden?

Und was ist diese “Arbeit an Schritten und Traditionen”? Muss ich sie auswendig lernen? Muss ich die Aussagen verinnerlichen? Muss ich dran glauben, dahinter stehen, vertreten? Muss ich meine Zweifel ablegen, meine Erfahrungen vergessen und akribisch die Schritte verfolgen? Morgens und Abends sie mir vorbeten?
Amen?

“Working up/out/on” als “ausarbeiten”, “ausgestalten” oder “empor bringen” (Langenscheidt-Übersetzung 🙂 ) trifft eher das, was passiert, wenn wir uns mit den Schritten oder den Traditionen beschäftigen. CoDA-Literatur, das Teilen und die Erfahrungen anderer CoDA-Freunde können inspirieren, Richtungen zeigen oder einfach nur begleiten auf meinem selbstpersönlichen Weg der Genesung.

1. Wir gaben zu, keine Macht über andere Menschen zu haben – dass unser Leben nicht mehr zu meistern war.”

Was bedeutet diese Aussage für Dich? Fühlst Du dich als Opfer? Machtlos? Hast Du das Gefühl, Du gibst auf?
Scheiterst Du öfter an den Wünschen “Wenn er/sie sich nur ändern würde/auf meine Bitte eingehen würde, würde es mir besser gehen?”
Was hat das mit “Macht über andere Menschen” “Kontrolle” und “Manipulation” zu tun? Oder mit “nicht meistern können”?
Was hat es mit “Kapitulation” und “Loslassen” zu tun?

Wir können jeden Tag zum Ersten Tag der Arbeit an den 12. Schritten machen. Wir können jeden Tag anfangen uns zu beobachten, ehrlich uns gegenüber, unsere Motivation und unsere Gefühle anschauen. Wir können uns jeden Tag die Fragen der letzten Tage wiederholen und neue Fragen aufkommen lassen. Wir können jederzeit Tagesmeditionen lesen, ins Meeting gehen, einen Sponsor kontaktieren.

Und wir können jeden Tag sehen, dass die Antworten von gestern sich verändern, dass die gestrigen Fragen eine andere Richtung aufzeigen, die früheren Aussagen neue Wege mit neuen Bedeutungen eröffnen.

Es gibt keine Termine, keine Prüfung, keine Versetzung in die nächste Klasse. Es gibt nicht den “einen, richtigen” Weg, nicht die “eine, richtige” Frage. Es gibt keine Tabelle mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zum Ankreuzen.

Suche sie, finde sie. Finde sie allein, finde sie mit uns. Schenke uns Deine Erfahrung durchs Teilen im Meeting, nehme von uns, was Du brauchst.
Den Rest lass hier.

Gute 24 Stunden
komm wieder, es wirkt.
Isabella